Reportage

Die Reportage lässt den Zuschauer in eine Geschichte eintauchen. Sie muss dramaturgisch so spannend aufgebaut sein, dass es jeden von Anfang an packt und miterleben lässt. 

Mein Ziel ist es immer, ein Stück Wirklichkeit so direkt wie möglich zu vermitteln. Durch den neuen Blick einer Reportage versuche ich scheinbar gesichertes Wissen in Frage zu stellen.

Beispielweise habe ich deutsche und internationale Journalisten in Großbritannien bei einem Trainingseinsatz für Krisengebiete besucht.

Zuschauer glauben oft, dass Auslandsjournalisten immer den Nervenkitzel suchen. Überraschenderweise zeigt die Reportage, dass auch Kameramänner des WDR und Al Jazeera lieber die ruhigen Momente einfangen. Ich bin überzeugt davon, dass Reportagen im Fernsehen auch zukünftig ungestellte, nicht inszenierte Bilder und Töne brauchen, um authentisch zu sein und um authentisch zu wirken.

Lohnsklaven im Norden (2017)

NDR | Reportage | 30 Minuten || Buch, Regie, Kamera, Schnitt 

Es ist ein seltener Einblick in das Leben von rumänischen Arbeitern und auch deren Vorgesetzten in Niedersachsen. Möglich war das, in dem wir über ein halbes Jahr die gebürtige Rumänin Daniela Reim bei ihrer Arbeit begleiten durften. Sie ist in der Beratungsstelle Oldenburg für „Mobile Beschäftigte“ tätig und kämpft im Film gegen Missstände in Schlachtbetrieben, auf dem Bau und beim Geflügeltransport und zeigt, wie osteuropäische Arbeiter systematisch von Subunternehmern um ihren Lohn gebracht werden. 

Training für den Kriegseinsatz (2014)

NDR | Reportage, Zapp | 7 Minuten || Regie, Kamera, Schnitt 

Schüsse fallen. "Auf den Boden! Helme runter!", brüllen vier maskierte Männer in Tarnanzügen. Erschrocken werfen sich ein Dutzend Journalisten auf den Rasen, um in Deckung zu gehen. Eigentlich reagieren sie richtig, doch in diesem Fall wird ihnen ihr Verhalten zum Verhängnis. Journalisten in Kriegsgebieten: begehrte Entführungsopfer. Gefährdet aber auch durch Geschosse, Granaten, Minen. Kann man sich darauf vorbereiten? Ex-Marines meinen: ja.

Das Fliegende Spaghettimonster (2016)

NDR | Reportage, DAS! | 4 Minuten || Regie, Kamera, Schnitt, Sprecher 

Das Glaubensbekenntnis steht auf einer Nudelrolle, sie feiern Nudelmessen und nennen sich Pastafarians: die Mitglieder der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters in der Uckermark. Jeden Freitag um 10 Uhr gibt es einen Gottesdienst. Auf dem Altar steht ein Kasten Bier – und natürlich viele Nudeln. Die Weltanschauungsgemeinschaft gibt es in Deutschland seit 2006 und hat laut dem Vereinsgründer Rüdiger Weida weltweit 30 Millionen Anhänger. Aktiv sind in Deutschland allerdings nur wenige Hundert. Ihr Ziel: Der ständige Zweifel – und alles in Sachen Religion nicht so ernst zu nehmen.

Illegale Graffiti-Sprayer (2010)

NDR | Reportage, N-Joy | 4 Minuten || Regie, Kamera, Schnitt, Postproduktion

Für die einen ist es Kunst, für die anderen bloß Schmiererei. Auf illegales Sprayen stehen hohe Strafen. Trotzdem sind viele Maler süchtig nach dem Kick. Die Reportage begleitet illegale Graffiti-Sprayer in Rostock und eine Spezialeinheit der Polizei, die diese versucht aufzuspüren und möglichst auf frischer Tat zu ertappen.  

Die Senioren-WG (2015)

NDR | Reportage, Hamburg-Journal | 4 Minuten || Regie, Kamera, Schnitt

Um der Einsamkeit und dem Altenheim zu entgehen, haben fünf Senioren in Hamburg-Altona eine Wohngemeinschaft gegründet. Sie sind zwischen 75 und 86 Jahre alt und haben ihr Zuhause verlassen und leben nun wie Studenten in ihrer WG. Sie kamen nur mit ein paar Kartons und mussten vieles zurücklassen, auch Gewohnheiten. Ihnen fehlte das Geld für Residenzen und für eine Pflegekraft zu Hause. Sie leben ein neues Modell, und die Frage ist, ob es zu einem Modell für viele werden kann.