Dokumentation

Durch den Dokumentarfilm reisen die Zuschauer an Orte, die sie in ihrem Leben meist nicht besuchen werden. Wer hat denn schon einmal einen Jugendknast von innen gesehen, hat mit Obdachlosen eine Woche den Alltag geteilt oder hatte die Gelegenheit mit Hippies auf einer spanischen Insel zu leben?

Als Dokumentarfilmer fange ich die Wirklichkeit ein. Bei meiner Doku über Altersarmut - “Schuften bis zum Schluss” - war nur ich, meine Kamera und ein 84-jähriger Zeitungsausträger um 4 Uhr nachts unterwegs. Er hat sich geöffnet, mir seine nächtliche Schufterei gezeigt und mit mir in seiner kleinen, einfachen Wohnung seine Angst vor der Zukunft geteilt. Das ist es, was Dokus auch in Zukunft leisten müssen: gesellschaftliche, soziale und politisch relevante Themen lebensnah in den Mittelpunkt stellen. Im besten Fall helfen Dokumentarfilme die Welt, in der wir leben, besser zu verstehen.

BARZAN - mein fremder neuer Bruder (2017)

NDR | Dokumentarfilm | 30 Minuten || Buch, Regie, Kamera, Schnitt 

"Wir diskutieren immer über die unmenschlichen Zustände der Flüchtlinge, haben so ein großes Haus, warum nehmen wir dann nicht selbst einen Flüchtling bei uns auf?", konfrontierte Lennart seine Eltern. In diesem Film beschreibt der 18-jährige deutsche Teenager konsequent aus seiner Sicht das Leben mit dem 15-jährigen Syrer Barzan, den seine Familie in Bremerhaven aufgenommen hat. In Deutschland werden wie Barzan über 50.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von Jugendämtern und deutschen Familien betreut. 

Der Bus, der Mob und das Dorf - Letzte Ausfahrt Clausnitz (2017)

ARD | Dokumentarfilm | 45 Minuten || Regie, Kamera 

Es waren schockierende Videosequenzen, die im Februar 2016 den Weg aus dem sächsischen Dorf Clausnitz bis in internationale Nachrichten fanden: Ein Reisebus mit Flüchtlingsfamilien wird belagert von einer Menge hasserfüllter Männer, die "Ab nach Hause!" schreien und "Wir sind das Volk!". Als ein Beamter den Flüchtlingsjungen Luai aus dem Bus in die vorgesehene Unterkunft zerrt, johlt die Menge. Die nächtlichen Szenen symbolisieren die hässliche Seite Deutschlands während der Zuwanderungs-Debatte.

Schuften bis zum Schluss (2012)

NDR | Dokumentarfilm | 45 Minuten || Buch, Regie, Kamera, Schnitt 

"Ich habe zwar mein ganzes Leben gearbeitet", erzählt Ferdinand Mennecke, "aber die Rente reicht nicht, denn die Hälfte geht schon an Kosten weg.” Deshalb trägt der 84-Jährige sechs Tage die Woche Zeitungen aus, immer mitten in der Nacht. Er ist einer von mehr als 760.000 Menschen in Deutschland, die mit über 65 Jahren in einem Nebenjob arbeiten. 

7 Tage... im Knast + Knastkarrieren.de (2014/2015)

NDR | Doku-Reportage + Web-Reportage | 45 Minuten + 20 Minuten || Recherche, Regie, Kamera, Schnitt, Text, Fotos  

Weggeschlossen in einer 9 Quadratmeter großen Zelle. Darin leben für Monate. Oder Jahre. „Manche tun so cool, aber die sind gar nicht so." Laschet weiß, wovon er spricht. 22 Jahre alt, zahlreiche Knast-Tattoos, noch sieben Monate Haft vor sich. “Schwäche darfst Du Dir nicht erlauben, sonst bist Du hier sofort das Opfer.” Eine Woche lang im Jugendgefängnis Heinsberg, dem größten seiner Art in Deutschland. Webreportage: www.knastkarrieren.de  

Die Geschichte eines Abends (2015)

NDR | Doku-Talk | 45 Minuten || Autor, Kamera | Teil-Dreh im Team (Porträt Laura Karasek)  

Ein gemeinsames Essen an einem Tisch, mitten auf dem Hamburger Kiez. Fünf Menschen, die auf den ersten Blick wenig gemein haben: Dolly Buster (Ex-Pornoqueen), Eddy Kante (ehemaliger Bodyguard von Udo Lindenberg), Frank Spilker (Die-Sterne-Frontmann), Laura Karasek (Schriftstellerin und Tochter von Hellmuth Karasek) und ihr Gastgeber Dirk Stermann. "Die Geschichte eines Abends" - eine Nacht mit überraschenden und tiefgreifenden Einsichten.